Kein Sommer ohne Lavendel

Je nach Sorte blühen die unterschiedlichen Lavendelarten ab Mitte Mai bis spät in den August. Dass sich der echte Lavendel (Lavandula angustifolia) aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) die Sommermonate ausgesucht hat, um in seiner ganzen Pracht zu erblühen, entspricht seinem Naturell. Wer einmal an einem Lavendelfeld vorbei gegangen ist und seinen Duft tief eingeatmet hat, fühlt sich sofort irgendwie erleichtert, oder? Ich nennen es den Lavendel-Frieden.

Wer eine Vorliebe für Lavendel-Tee hat, trinkt ihn vermutlich gern aufgrund seiner entspannenden Wirkung, zum Einschlafen oder als Mittel gegen Kopfschmerzen und Migräne. All das kann das ätherische Öl ebenfalls und vor allem schnell und direkt. Meist genügt ein Schnuppern am Fläschchen. Die Wirkung des aus den Blütenrispen gewonnenen Öls geht tief. Wie alle ätherischen Öle wirkt es unmittelbar auf unser limbisches System. Denn:

„Die Nase ist der kürzeste Weg zu unseren Gefühlen!“

Diese unmittelbare Wirkung erzielen allerdings nur echte ätherische Öle. Daher arbeiten wir in meinen Workshops ausschließlich mit 100-prozentigen Ölen oder Essenzen.

Ich gebe zu: Lavandula angustifolia oder vera ist eines meiner Lieblingsöle. Es ist ein echter Tausendsassa. Kaum ein ätherisches Öl ist so vielseitig. Daher ist ein Fläschchen Lavendel mein ständiger Reisebegleiter, vor allem im Sommer. Er hilft unter anderem bei Sonnenbrand oder beruhigt Mückenstiche. Vor allem aber bringt er mich schnell und direkt wieder in die Balance – ob bei äußeren hitzigen Gegebenheiten oder inneren Prozessen.

„Ich bin glücklich und frei.“

Wenn ich am Lavendelöl schnuppere, atme ich sofort wieder gleichmäßiger ein und aus. Mein Körper wird weicher, weniger starr oder verkrampft. „Ich bin glücklich und frei“ singt der Lavendel in einem Märchen aus ‘Tausend und eine Nacht’. So fühlt es sich an und so schreibt es sich mit dem Lila-Laune-Duft. Dazu ein Text aus einem Workshop mit Lavendel:

„Es geht darum, meine innere Weisheit zu erkennen. Sie ist da. Ich nutze und lebe sie. Ich vertraue mir und dem Fluss des Lebens. Meine innere Weisheit ist mein Wissen um die Dinge des Lebens, um die Essenz der Seele, um Spiritualität und innere Vorgänge. Ich erkenne an, dass ich weise bin. Ich darf es aussprechen und in die Welt bringen.“  © Heike Wiechers 

Poesie zum Lavendel

Möchtest du mit meinem Wesen dich vertraut machen,
so empfinde, was mir am Herzen liegt: Sanftmut zu üben.
In Freude zu umarmen.
In blauen Frieden mich sinken zu lassen.
In Gerechtigkeit zu lieben.
Einfach und da zu sein.
Den Fluss des Lebens anzunehmen.
Das Wasser des Lebens auszuschöpfen.
Den Kelch des Lebens nachzufüllen.

© Jürgen Trott-Tschepe, Erfinder der Lebendigen Aromakunde

Jede Zeile bringt es auf den Punkt

Der Lavendel lädt uns ein, Sanftmut zu üben. Wie sonst sollten wir Frieden finden? Eine duftige Lavendel-Massage fühlt sich an wie eine zarte Umarmung, die uns neue Lebensfreude schenkt. Wenn wir mit dem Duft in der Nase schreiben, stellen wir fest, dass es viel leichter gelingt, uns in einen blauen Frieden sinken zu lassen. Wir kommen direkt in den Flow und finden besänftigende Worte. Wir können geschehen lassen und annehmen, was sich jetzt zeigt. Und stellen erleichtert fest, dass wir unsere kreativen Ressourcen auffüllen können.

„Du kannst viel mehr als Du glaubst.“ Diesen Satz flüstert mir der Lavendel immer mal wieder ins Ohr. Kein Wunder, das ich Fan von ihm bin und seine Geschichte ebenfalls immer wieder gern erzähle:

Lavandula vera – ein Universalgenie

Es ist Juli im Jahr 1910 in Frankreich. Dr. René-Maurice Gattefossé entdeckt die heilende Wirkung des Lavendelöls. Sicherlich nicht rein zufällig, wie es in der Literatur zur Aromatherapie oft zu lesen ist. Wir dürfen davon ausgehen, dass sich der Chemiker und Parfümeur bereits vorher mit der Wirkung der Pflanze beschäftigt hatte. Denn Frankreich ist die Heimat des echten Lavendels und Gattefossés Leidenschaft galt der Suche und Herstellung neuer, feinster Düfte.

Das Lavendelöl: ein bahnbrechende Entdeckung

Die eigene hautnahe Erfahrung ist es schließlich, die Gattefossés Interesse an der tieferen Erforschung des Lavendels weckt. Der Legende nach erfährt er die lindernde Wirkung buchstäblich am eigenen Leib. Durch eine Unachtsamkeit kommt es zu einer Explosion in seinem Labor. Spontan taucht Gattefossé seine Hand mit einer schweren Verbrennung in ein Fass mit naturbelassenem Lavendelöl. Seine Überraschung ist groß, seine Erkenntnis bahnbrechend: Der Schmerz lässt nach und die Wunden heilen schnell, ohne eine einzige Narbe zu hinterlassen. Dank dieser Geschichte gelangten sowohl René-Maurice Gattefossé als auch der französische Lavendel zur Berühmtheit.

Neugierig? Impulse für das intuitive Schreiben mit dem Lavendel findest du in meinem Schreib.Visionen-Kartenset.

Fotos: Madeleine Steinbach / fotofabrika / Adobe Stock, G. Rejschek-Wehmeyer, Cathleen Heimes

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