Poesie: Zu neuen Wegen anstiften

Was hat Schreiben mit Düften zu tun?

So viele Eindrücke, Erinnerungsfetzen sind in uns, die wir nutzen und auf die wir unser Wesen aufbauen könnten. Aber häufig kommen diese Eindrücke zu kurz, wir ignorieren sie, wenn sie sich regen oder verdrängen sie, wenn sie uns zu neuen Wegen anstiften wollen. Ein Duft vermag eben diese Erinnerungen zu wecken, verloren geglaubte Eindrücke einzuholen und neue Emotionen freizusetzen, denen wir nie den Raum ließen. „Poesie: Zu neuen Wegen anstiften“ weiterlesen

Poesie: Wenn ich als Mensch zu leben wage

Wer wahrhaft Menschlichem begegnet,
dem Zukunft ist ganz unbekannt,
ihm Gegenwart bleibt freies Gnadenland,
sein Vergangenes ist gesegnet.

Er wird geliebt, weil er geschaffen,
und schafft sein Werk in Liebe,
auch wenn er Gnadenloses kennt
im täglich mahlenden Getriebe.

Doch er erhebet keine Klage,
sondern beginnt am rechten Tage
zu stellen jene einzig große Frage:

Was heißt mich das,
wenn ich
als Mensch
zu leben wage?

© Jürgen Trott-Tschepe (aus Poesien der Stille)

Foto: Evin Ay 

Poesie: Sehnsucht nach Meer

Wie will ich sein?
Wo will ich hin?

Am Strand entlang den Wind im Haar,
das Leben ist so wunderbar.

Ach liebe Ostsee viel zu lang,
bin ich dir ferngeblieben.

Ein Ritual, einmal im Jahr, mit meinen Lieben.

Du fehlst mir, diese Sehnsucht.
Ich kann es nicht erklären.

Ich fühl mich frei bei dir.
Der Rosenduft, das Wellenrauschen und zwischendurch ein Möwenschrei.

Das alles macht mich friedlich.

 

Text anonym: Foto Rejschek