Ätherische Öle sind für mich seit Jahrzehnten eine Quelle der Inspiration und stärkend für mein Wohlbefinden. In zahlreichen Aus- und Fortbildungen hat mich die Magie der ‚himmlischen Düfte‘ immer wieder in den Bann gezogen. Was allein das Schnuppern an einem echten ätherischen Öl bewirken kann, war für mich eine bahnbrechende Entdeckung. Eine Aromamassage ist eine der schönsten Arten zwischenmenschlicher Berührung – Schreiben mit Düften ist es ebenfalls!
Wenn Berührung lesbar wird
In meinen Schnupperkursen, wie der Name schon sagt, riechen wir lediglich an feinen ätherischen Ölen. Das genügt! Gerade dabei spielt auch die Qualität der Öle eine wichtige Rolle. Denn, indem wir sie ‚inhalieren‘ gelangen die Duftmoleküle schnell und direkt in unseren Körper und in unser limbisches System, die Gefühlsregion unseres Gehirns. Über den Duft in der Nase können wir buchstäblich Erinnerungen und Emotionen von unserer Festplatte abrufen. Indem wir diese Bilder und Empfindungen spontan zu Papier bringen, werden sie lesbar.

Ein achtsamer Dialog mit uns selbst
In diesem Wahrnehmungsprozess sind ätherische Öle wohltuende Dialogpartner:innen. Sie pushen nicht, sondern geben sanfte Impulse. Sie ermutigen uns, zu hinterfragen und zu klären. Im Sinne der ‚Lebendigen Aromakunde‘ lege ich dabei den Fokus auf unsere Stärken und Ressourcen. So können wir uns mit uns und unserer Geschichte liebevoll auseinandersetzen. Wir nehmen uns die Freiheit, uns neu zu lesen und neue Perspektiven zu gewinnen, im wertschätzenden Dialog mit uns selbst.
Schreib und triff dich selbst!
Meine Erfahrung zeigt: Dieser Schreibprozess ist stets berührend – mal mehr mal weniger. Und genau darin liegt die Chance: Wir können uns schreibend, in unserem eigenen Tempo und in einem sicheren Rahmen – Papier ist geduldig – selbst begegnen und beim Wort nehmen. Unsere Texte belegen, was wir erfahren haben, wie wir uns dabei gefühlt haben und wie wir das Geschehene heute wahrnehmen.
Schreiben und die Seele freifegen
Ob wir nun schreiben, um die Seele frei zu fegen, oder einfach Lust haben uns auf eine kreative Entdeckungsreise zu begeben: Mit dem Duft in der Nase schreiben wir in jedem Fall entspannter und vor allem authentisch.
Schreiben als Weg zur Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung geht natürlich auch ohne Duft. Mit geht es allerdings leichter – und fühlt sich anders an, was die Teilnehmenden meiner Workshops bestätigen. Ute Adam nennt es ‚Olfaktorische Streicheleinheiten‘ – das wohltuende Entspannen durch Schreiben mit Düften.


Olfaktorische Streicheleinheiten
sinnliches herantasten
von der nase zum gefühl
gedanken schweifen ab in blühende milde gärten
schlendern über schmale wege
begegnungen der sanften düfte
gemächlichkeit entfaltet sich
wohltuendes entspannen
olfaktorische streicheleinheiten
© Ute Adam
Foto: Jana Stein


