Poesien und Wortschätze
Die Texte auf dieser Seite stammen von Teilnehmer:innen meiner Workshops oder aus dem Schreib.Salon. Die Rechte der Texte liegen bei den Autor:innen, die mir ihre Wortschätze zur Verfügung gestellt haben. Ihnen allen danke ich für ihr Vertrauen und die Inspiration. Wenn auch du deine Poesien und lyrischen Texte teilen möchtest, schreib mir gern!
Olfaktorische Streicheleinheiten - Ute Adam
sinnliches herantasten
von der nase zum gefühl
gedanken schweifen ab
in blühende milde gärten
schlendern über schmale wege
begegnungen der sanften düfte
gemächlichkeit entfaltet sich
wohltuendes entspannen
olfaktorische Streicheleinheiten
© Ute Adam
Heute ist Leben - Ute Adam
Heute ist Leben
Heute ist Tanz
Heute ist Wagnis
Aufbruch im Reihenendhaus
Jetzt wird entrümpelt
Jetzt wird gewienert
Jetzt wird verschenkt
Müllabfuhr der Tristesse
Nicht mehr betulich
Nicht mehr allein
Nicht mehr angepasst
Baustellenabfahrt zum neuen Weg
Da liegt Lähmung
Da liegt Neid
Da liegt ein Stolperstein
Leichtfuß zur Leidenschaft
Geh einfach zur Sonne
Geh einfach voran
Geh einfach im Schlenderschritt
Stillstand in die Zimmerecke
Heute ist Leben
Heute ist Tanz
Heute ist Wagnis
Beifall dem befreiten Mut
© Ute Adam
Wahnsinnige W’s - Ute Adam
Wie leb’ ich?
Wie lieb’ ich?
Was mach’ ich da nur?
Wer bin ich?
Wer hält mich?
Was will ich denn nur?
Wieso renn’ ich?
Wieso fall’ ich?
Wer hilft mir denn nur?
Weshalb bin ich?
Weshalb werd’ ich?
Wer soll ich denn sein?
Wo ist die Frage?
Wo ist die Antwort?
Wie kann der Sinn nur sein?
Warum ist die Suche?
Warum ist das Ziel?
Wie soll das Menschsein sein?
Wahnsinnige W’s
hängen an der Wäscheleine,
flattern im Wind,
reißen sich los,
nehmen Kurs Richtung Westen,
wirbeln wild umher,
wenden sich in den Wolken,
heraus fallen M’s.
Mensch ich lebe!
Mensch ich liebe!
Mensch ich bin!
© Ute Adam
Kleine Fee im Zauberwald - Ute Adam
Die kleine Fee im Zauberwald der Traubenhyazinthen liegt auf der kühlen Erde unter dem blauen Perlendach.
Über ihr wiegt sich der Wald sacht im Frühlingswind und flüstert ihr leise säuselnd die Träume der Menschen zu.
Sie hört fein hin und begibt sich auf einen Streifzug durch den Zauberwald.
Fasziniert betrachtet sie die Einzigartigkeit des Kobalt farbenen Waldes, der bis in den Himmel zu gehen scheint.
Für jeden Traum ist eine kleine blaue Perle da, erst ist sie winzig unscheinbar.
Doch wenn die Fee ihr den Wunschtraum zuflüstert, wird sie schöner und größer.
Sie strahlt in tiefem Blau und duftet lieblich, dann entfaltet sie sich und blüht voll auf.
So werden Träume wahr.
© Ute Adam
Seele - Ute Adam
Seele strahlender Glanz
fühlst den rauschenden Tanz
Töne pastellig zart
zunehmend starker kraftvoller Komplementärkontrast
freie Gedanken ungezähmt
geben der Seele Flügel
schwingen hinauf ins Firmament
erfüllt von Farben
erdiger Ton liebt tiefes Nachtblau
kometenschnelle Gedanken setzten
Spitzlichter darauf
Seele malerisch bunt
unendliche Krater
es brodelt darin
Pink trifft Türkis
lehnt sich an blau
farbige Vielfalt
macht mich zur Frau
© Ute Adam
Zeit des Erblühens - Gisela Achenbach
Vom Himmel
spannt ein Bogen
aus Licht in allen Farben
sich hinein ins Herz,
berührt,
was lag in tiefem Schlaf,
der Geist der Liebe küsst mein Schicksal,
erweckt zum Leben, wie ich einst gemeint,
die Schatten meiner Seele ziehen weiter,
und mit nur einem tiefen Atemzug aus purem Glück
erblüht der Garten meines Seins in aller Pracht,
ein Sprießen und ein Leuchten,
das pralle Leben schwingt hinein,
es ist die Zeit des Wandels
und des Erblühens hin zum wahren Sein.
Ein Morgen im Advent - Anna-Margaretha Amedick
Ein Morgen im Advent
lockt mich zärtlich, Licht zu sein.
Die erste Kerze brennt
erfüllt mich mit hellem Schein.
Was mag der Tag mir bringen?
Bin ich bereit, mit ihm zu sein?
Lass hell Dein Sein erklingen.
Vertraue, der Tag ist Dein.
Öffne Herz und Hände.
Weite Deinen Geist.
Der Fluss des Lebens hat kein Ende.
Horch auf die Stimme, sie ist ganz leis.
© Anna-Margaretha Amedick
Blumen der Sonne - Evin Ay
Wir sind die Strahlen der Sonne,
das Licht des Mondes bei Nacht.
Wir sind laut und hell,
frei und ungestüm in wunderschöner voller Pracht.
Wir geben uns nicht auf in dunklen Zeiten,
trotzen stürmisch dem Sturm und dem Regen.
Wir sind bunt und leicht,
unbeschwert lachen wir dem Donner entgegen.
Wir singen mit der Nachtigall,
spielen unbeirrt unsere eigene Melodie.
Wir sind vereint und von Liebe erfüllt,
lebendig und freudestrahlend voller Harmonie.
Wir sind wandelbar und elegant,
geben Hoffnung und stehen für uns ein.
Wir sind die Blumen der Sonne,
von ihrer Wärme geküsst stark und rein.
© Evin Ay
Lies dich - Anja Bartram
Lies Dich
Lies
Deine Worte
Wie Fieber im Wein
Lies
Deine Augen
Wie blau-weißen Duft
Lies
Deine Sehnsucht
Wie eingehülltes Sommerlicht
Lies
Deine Spuren
Wie kinderleichte Frühlingskleider
Lies
Deinen einzigartigen Zenit
Wie Himmel und Erde im Dialog

© Anja Bartram
Hoffnung wäre da - Anja Bartram
Vielleicht wäre es schön, wenn einmal ein großer Sturm käme und alles durcheinander blasen würde.
Damit wäre jede Vernunft, Sachlichkeit, Genauigkeit und alles Realistische aus dem Konzept gebracht.
Aber die Hoffnung wäre da, dass die Phantasie und die Kindlichkeit überleben.
© Anja Bartram
Dieser magische Moment - Anja Bartram
Dieser magische Moment
Zwischen Gesichtern, Worten und Gebärden
Geht die Flamme auf
Zwischen Diskussionen, lautem Rufen und Unsinnigkeiten
Öffnet sich die Schatzkiste
Zwischen vermeintlichen Weltgerechtigkeitsdebatten, Gejaule und Gezeter
Legt sich ein Mantel aus Ruhe nieder
Singt sich in meine blaue Seele
Und holt sie heraus
Ganz sanft
Wie von selbst
Aus anderen Welten und doch tief aus mir
Fern von jeder Zeit und jedem Alter
Fern von allen Kriegen und Geschichten
Fern von jeder fremden Nachricht aus den Höllen der Realität
Es sprudelt meine Stimme
Es brodelt mein Innen
Es dichtet das ureigenste Leben aller Zeiten
In diesem Anfang lebt das Wort
© Anja Bartram
Mädchen bleiben - Anja Bartram
Mädchen bleiben
Leichtfüßig hüpfen
Mädchenworte bewahren
Erdbeeren schlecken
Puppen verehren
Auf zu großen Schuhen stolpern
Und bravouröse Schauspielerin sein!!
Applaudierende Tanten beeindrucken
Und Perlenschmuckketten schleudern
In traumhaften Gewändern schreiten
Und unsagbar schöne Verse flüstern
Fohlengleich in Sternenkissen versinken
Und voller Vertrauen Zukunft träumen
Die Mutter liebevoll mit Lippenstift anstrahlen
Und sicher wissen:
Sie ist auch ein Mädchen
© Anja Bartram
Mein Leben im Konjunktiv - Heike Garisch
Wäre mein Leben ein Buch,
es wären viele Bücher –
kurze Texte, lange Worte,
endlose Seiten.
Wäre mein Leben ein Tuch,
es wären viele Tücher –
so bunt wie die Farben
der Jahreszeiten.
Ginge mein Leben einen Weg,
es wären viele Wege –
in allen Dimensionen
täte ich mich begleiten.
Ginge mein Leben ins Land,
es wären viele Länder –
und ungezählte Sprachen,
die Freude bereiten.
Machte mein Leben einen Sprung,
es wären viele Sprünge –
tief rein und hoch raus
in schamlose Weiten.
Machte mein Leben ein Problem
es wären viele Probleme –
begegnete ich einfach
den Schwierigkeiten.
Hätte mein Leben einen Sinn,
es erforschte alle Sinne –
im Körper, im Geiste,
in allen Seelenwelten.
Hätte mein Leben ein Ende,
es wären viele Enden –
an denen Neues beginnt.
Sterben ist eher selten.
Würde - Heike Garisch
Mein Leben war noch eben
ein Ringen um das Gelingen.
Jetzt sage ich: HALT!
Und mir ist so kalt
im Körper und in der Seele.
Ich glaube dir, dass ich dir fehle.
Doch ist meine Würde
für dich eine Bürde,
gehe ich zurück –
Stück für Stück.
Ich liebe - Heike Garisch
Ich liebe die Sonne, ich spüre den Mond
und fühle die Kraft, die tief in mir wohnt.
Ich will leben und lachen, noch vieles machen,
will lieben, vertrauen, auf Echtheit bauen.
Ich bin Teil vom Wir im Jetzt und Hier.
Ich liebe den Austausch, das Lernen darin,
will hinsehen, reingehen, das ist der Sinn.
Ich will alles teilen – Lust, Freude und Schmerz.
Geist, Körper, Seele und auch mein Herz.
Ich bin auf dem Weg – mein Privileg.
Ich will hören, was klar ist und sehen dabei,
will fühlen, was da ist – tief, leicht und frei.
Ich liebe das Leben, ich spüre den Mut,
neu zu beginnen – alles ist gut.
Ich bin bei mir – jetzt und hier.
Flügel - Anette Gartemann
Ein jeder Mensch braucht sie.
Flügel, die ihre ganze Kraft entfalten können.
Flügel, die schlagen, um an Geschwindigkeit zu gewinnen.
Die fast bewegungslos ausgebreitet ein Gefühl der Unendlichkeit vermitteln.
Doch Flügel allein reichen nicht aus.
Braucht es doch scharfe Augen, um ein Ziel anvisieren zu können,
den naturgegebenen Trieb zu überleben.
Und den Mut zu fliegen.
© Anette Gartemann
Hingabe an den Moment - Anette Gartemann
Oh, Du Moment,
wie glücklich bin ich, dass es Dich gibt.
Denn, Du bist nur eine kurze Zeitspanne.
Dafür, Moment, bin ich Dir dankbar.
Für einen Moment.
Denn so kann ich trauern, einen Moment.
Glücklich sein, einen Moment.
Verzweifelt sein, einen Moment.
Erfolgreich sein, einen Moment.
Scheitern, einen Moment.
Verliebt sein, einen Moment.
Lieben, einen Moment.
Hassen, einen Moment.
Ekelhaft sein, einen Moment.
Lachen, einen Moment.
Schreien, einen Moment.
Unglück erleben, einen Moment.
Glück erleben, einen Moment.
Einfach sein. Nur einen Moment.
© Anette Gartemann
Letzter Abschied vom Sehen - Konrad Gerull
Ein lichter Nebel liegt vor meinen Augen,
die kaum noch Tag und Nacht zu trennen taugen,
die letzten Boten des geliebten Lichts -
ich ahne diesem Grau folgt bald das Nichts.
Der Schimmer von Kontur und von Gestalt
gab mir bisher im Raum noch Ziel und Halt.
In Zukunft kann nur noch mein Innenleben
mir neue, and're Perspektiven geben.
Statt blindlinks gegen Wände anzurennen,
muss ich die neuen Regeln anerkennen.
Der Raum ist klein, doch vieles bleibt erhalten.
Behutsam will ich ihn für mich gestalten.
© Konrad Gerull
Konrad Gerull hat Mathematik und Physik studiert. Nach seiner Promotion arbeitete er am Oberstufenkolleg der Uni Bielefeld. Durch eine ererbte Netzhaut-Degeneration (Retinitis-Pigmentosa) wurde er bereits als Kind langsam sehbehindert. Er ist inzwischen vollständig erblindet. "Mit schwindenden Möglichkeiten von Freizeit und Beruf musste ich mich auseinandersetzen. Dies hat mich zum Schreiben gebracht, auch im Arbeitskreis Autor von blinden und sehbehinderten Autoren", schreibt er im Wortfinder-Kalender 2020 zu seiner Person. Für sein Engagement im Verein Pro Retina Deutschland e.V. erhielt Konrad Gerull das Bundesverdienstkreuz.
Verbunden - Barbara Hoffmann
verbunden
und so verharre ich
schließe die Augen
lausche
höre das Murmeln der Ewigkeit
lasse mich berühren und genieße das Sein in diesem Moment
der sich ausdehnt
und den Raum öffnet
für meine Seele
die endlich Platz findet
und sich ebenso ausdehnen mag
sich wohlig räkelt und streckt
als ob sie lange, viel zu lange
in unbequemer Position verharrt hat
hier ist alles gut
ich bin hier
ich atme
und langsam, ganz langsam, beginnt meine Seele zu lächeln
sie öffnet die Augen
ich auch
wir sehen aufs Meer
und sind
angekommen

schreibselig - Inge Müncher
schreibselig
Selig träumend
in der Abendröte,
wundersam scheinend.
Worte schwingen melodisch
in der milden Luft,
erwarten den Sichelmond
und den Glanz der Sterne.
Im sanften Rauschen der Bäume
gleiten meine Träume,
Geheimnisse umkreisend,
schreibselig
in ein verklärtes Licht.
Text: Inge Müncher
Am Schreibabend - Anna Pur
Sie kommen zusammen
frohlockend die Öle
zaubern sie Wörter auf das Papier
ob Freude, ob Trauer,
Gefühle, Erlebnisse
Sehnsüchte bahnen sich ihren Weg
wohlklingend die Silben
mit Staunen lauschen sie dann dem Geschriebenen
sinnen dem nach
was es mit sich gebracht
wie wunderbar wunderlich
diese Schreibabende doch sind
inspiriert und beseelt
im Herzen berührt
gehen sie dann auseinander
und tragen dieses Geschenk in die Welt
© Anna Pur
Die Zeit mit mir - Anna Pur
Die Zeit mit mir
Ich bleibe hier
Ich werd' kein Trübsal blasen.
Als ein Geschenk kommt sie daher
Ich will sie sinnvoll nutzen.
Kommt Trauer auf
Ich höre hin
Und lass sie wieder ziehen.
In meinem Herzen weiß ich wohl
Es wird mir nie gelingen.
Ich will nicht mehr!
Ich lasse los!
Ich werde nichts erzwingen!
Ich bin nun hier
Und sie sind dort.
Es hat wohl niemand kommen sehen
Und doch ist es passiert.
Die Zeit heilt alle Wunden,
heißt es doch.
Die Hoffnung werd' ich immer haben.
In Frieden und mit mir im Reinen
erwarte ich sie dann zurück.
Denn Ich bin Ich
und werd' es bleiben
mit Liebe und viel Mitgefühl.
© Anna Pur
Poesie vom Buschwindröschen - Peter Schmid
Dort wo Buschwindröschen tanzen
bleiben böse Geister fern.
Vom Licht erfüllt, ins Leben strahlend,
sieht man diesen Zauber gern.
Baum und Busch sind kaum begrünt,
träumt in stillen Wäldern Lichtung
ein zartes Blütenwesen, weiß gekrönt, für edle Dichtung.
Trotz Kälte, Schnee, dem ungemachen Zugang eis’gen Windes,
und legt den Sternenteppich wie den Freudesblick im Aug des Kindes.
Diese Wiese voller Zärtlichkeit
erfreut das junge Jahr mit morgenhellem Lichte,
mal stehen sie allein, mal blättchenhaltend, dicht an dichte.
Dem Wunder Erde als erster Gast zum Gruß bereitet,
lehrt Blicke binden, wiegt sanft als Wiesentänzer,
vom Vogelzwitschern zart begleitet.
Im Chor der Gräser es Licht versüßt
als Glückshüter jedoch nur von kurzer Dauer,
verbindet Weiß mit mächt’ger Power.
Stern an Stern bezwinkert dann sein eignes Strahlen,
mit Licht das heller leuchtet – bescheiden ohne Prahlen.
Als Schmuck der Schöpfung in der Stille der Natur
geküsst vom frühen Atem der Bäum‘ und Sträucher nur.
Waldröschen, Hexenblume oder schlicht die Anemone,
schenkt Laternchen für sonst dunkle Wege,
baut Brücken für das Glück, auch manche Stege.
Ein Blumen-Himmelszelt das Herzen rührt
und wortlos strahlend ins Frühjahrs-Leben führt.
Woher und wohin? - Selma Sijamija
Woher und wohin?
Wo ist sie?
Die Sprache.
Bevor ich sie frei gab. Durch meinen Mund.
Wohin geht sie?
Die Sprache.
Nachdem ich sie frei gab. Durch meinen Mund.
Sie hat dünne Fäden.
Bis zu meinem Herzen.
Bis zu meiner Seele.
Die nicht reißen.
Bis sie landet.
Sie hat einen feinen Duft.
Der nicht vergeht.
Der nicht verweht.
Der bleibt.
Bis sie landet.
Sie ist.
Ich.
© Selma Sijamija / Text aus dem Buch 'Heraus mit den Sprachen' - Die Wortfinder
Ästhetik - Julia Spriewald
Materialien.
Stein, Holz, Glas, Metall.
Ästhetik.
Worte, wie die Natur, fügen sie zusammen was zusammengehört.
Handfest, haptisch, zum Anfassen schön, erfüllen sie meine Sehnsucht.
Eine feste Basis, unerschütterlich und doch
auch ein fester Träger, das Fundament allem,
bewegt und ändert sich im passenden Licht.
Viele Worte fallen mir ein, zum Erwachsensein.
Die Verantwortung,
das vom Licht angestrahlte zu sehen, die Perspektive zu wechseln.
Ästhetik, sprich mit mir.
Danke, dass du mich in dein Leben gelassen hast.
Du bist eine der Glücklichen, die mich wahrnimmt.
Solange du mir Aufmerksamkeit entgegenbringst, nährst du mich und ich zeige mich dir.
Wenn du mich brauchst, ändere deine Perspektive und sehe das vom Licht angestrahlte.
Nimm mich an, ich bin da.
Ich bin stärker als alles dich quälende.
Ich bin ein gehörloser Musiker, ein blinder Maler.
Ich bin ein Sterbender, der neu geboren wird.
Ich bin im Tod lebendig.
Ich bin Kontrast und Harmonie.
Ich bin Wissen und Glaube.
Ich bin Du und ich bin alle anderen.
© Julia Spriewald
Wenn ich als Mensch zu leben wage - Jürgen Trott-Tschepe
Wer wahrhaft Menschlichem begegnet,
dem Zukunft ist ganz unbekannt,
ihm Gegenwart bleibt freies Gnadenland,
sein Vergangenes ist gesegnet.
Er wird geliebt, weil er geschaffen,
und schafft sein Werk in Liebe,
auch wenn er Gnadenloses kennt
im täglich mahlenden Getriebe.
Doch er erhebet keine Klage,
sondern beginnt am rechten Tage
zu stellen jene einzig große Frage:
Was heißt mich das,
wenn ich
als Mensch
zu leben wage?
© Jürgen Trott-Tschepe (aus Poesien der Stille)
Gleich wie es kommt - Jürgen Trott-Tschepe
Es geht.
Es kommt.
Dieses Geschick.
Dieser Weg.
Dieses Dasein.
Dieses Leben.
Liebend,
annehmend,
einverstanden.
© Jürgen Trott-Tschepe, ein Gedicht aus seinem Buch Poesien der Stille
Garten der Freude - Jürgen Trott-Tschepe
Wir sind
der Garten der Freude.
Jederzeit zugänglich
und empfangend.
ewig blühend,
reifend,
voll vielfältiger Frucht.
Schattenspendend.
Wir sind
Garten und Gärtner,
Blüte,
Frucht
und Schatten.
Laubhaftige Stille - Gitta Wittschier
Es löst sich
vom Baum
tänzelt
schwebt
zum Spiel
der Brise
Sinkt
hernieder
gleitet
auf eine Hand
Ein Körper
reglos
leblos
verborgen
fast
laubhaftige
Stille
© Gitta Wittschier
Liebe nervt - Gitta Wittschier
Liebe nervt
ich will sie
fangen
zerteilen
stapeln
fürs Feuer
sie flieht
in die
hintersten Winkel
der Sinne.
Gedanken
wollen sie finden
bitten
bewegen
zur Rückkehr
lassen mich schmoren
voll ... Liebe.
© Gitta Wittschier
Schließe die Lider - Gitta Wittschier
Schließe die Lider
lausche
der Kraft
sanfter Klänge
der Melodie
verklungen
geglaubter
Gefühle
Will noch
verweilen
in diesem
Traum
ihn an mich
binden
länger
als einen
Wimpernschlag
© Gitta Wittschier
Charismas Garten - Gitta Wittschier
Dein Lächeln grüßt
Durchströmt den Raum
Der Wind wird still
Zwischen Mitternacht und Frühling
Charismas Garten
Dein Farbenmeer
Die Sonne staunt
Die Zeit atmet tief
Zwischen Mitternacht und Frühling
Nun Du bist fort
Andenkens Gast
Gedankens Freund
Lass Lichter schimmern
Funken tanzen
Wenn wir uns finden
Vielleicht
Zwischen Mitternacht und Frühling
© Gitta Wittschier
Zauberlächeln - Gitta Wittschier
Tanz
von tausend Teufelchen
Blitz aus
hundert Sternen
Zauberlächeln
im Blick
verborgene Feuer
lassen mich
tauchen
in tiefblaue Seen
Purpur zu holen
vom Grund
© Gitta Wittschier


