Akrostichon – wie schreibt man das?

Ein Wortspiel mit Neroli-Duft:

Ich wiederhole es immer wieder gern in meinen Workshops oder nutze das Akrostichon im Coaching, zur Inspiration und Ideenfindung. Die aus dem Griechischen stammende literarische Versform ist einer der vielseitigsten Schreib-Impulse und rhetorischen Figuren. Buchstabieren lässt es sich nicht so flüssig, ein sogenanntes Leistengedicht zu schreiben, geht hingegen spielend leicht. Lass dich inspirieren!

Leistengedicht oder Leistenvers

Die deutsche Bezeichnung macht es verständlicher: Du schreibst die Anfangsbuchstaben eines Wortes oder eines Namens vertikal untereinander – wie eine Leiste. Dann findest du zu jedem einzelnen Buchstaben einen neuen Begriff oder eine Textzeile: ein Adjektiv, Substantiv oder auch einen ganzen Satz. Wenn du nicht lange nachdenkst, sondern spontan assoziierst, wird es spannend. Denn so erschließt du dir den Begriff oder ein Thema intuitiv und nicht rein kognitiv. Mit einem inspirierenden Duft in der Nase geht es noch mal so leicht:

Und so geht ein AKROSTICHON

A   _ Automatisch schreiben
K   _ kreativ und spontan
R   _ rein intuitiv
 _ ohne Schere im Kopf!
S   _ Schnuppern
T   _ tief durchatmen
I    _ immer der Nase nach
_ charismatisch und
_ hingebungsvoll
O  _ ordnen sich die Wörter
N  _ naheliegend.

Der Aha-Moment mit der Wort-Leiste

Vielleicht erlebst du nach dem Lesen deiner ersten Wörter und Sätze bereits einen Aha-Moment. Sie sind in jedem Fall eine ideale Sammlung, um damit weiterzuschreiben: einen neuen spontanen Text, eine Geschichte oder ein Gedicht. Aus diesen kreativen Wortspielen haben bereits die Menschen in der Antike, im Mittelalter und im Zeitalter des Barocks dichterische Kunst gemacht.

Ein Akrostichon als Eselsbrücke

In der Wissenschaft sind Akrosticha als ‚Eselsbrücken‘ bekannt, um sich damit Zusammenhänge systematisch zu erschließen. Wenn du beim Schreiben im Flow bleibst, stellt du vielleicht ebenfalls fest, dass sich hinter den vermeintlich zufällig gewählten Wörtern meist ein größerer Zusammenhang erahnen lässt. So kannst du dir auch – rein intuitiv – die Eigenschaften eines ätherischen Öls erschließen. Indem du schnupperst und schreibst. Hier mal ein schönes Beispiel von Petra M. zum Neroli.

NEROLI 

N _ Nerven. Sie suchen sich den Weg zu dem geheimnisvollen Duft. Ich muss nichts mehr tun, außer mich hingeben – ergeben.
E _ Energie. Sie fließt durch mich hindurch, lässt Buchstaben zu Worten werden. Frisch und frei.
R _ Ruhe. Gedanken jagen nicht mehr durch das Gehirn. Sie fügen sich. Alles fügt sich, wie es soll.
O – Oh. Überraschung. Ich darf mir vertrauen, ohne den Kopf anzuschalten.
L – Lebensfreude. Tun, was gut ist. Nichts bewerten, ES annehmen.
I – Ich. Genau, das bin ich: Neroli – Paroli. Paroli bieten. Mir nicht alles gefallen lassen – trotz allem ich bleiben.

In diesen Zeilen stecken neben den persönlichen Aspekten auch eine Reihe von Wesens-Aspekten des Neroli (Citrus aurantium amara). Das aus den Blüten der Bitterorange gewonnenen ätherische Öl wirkt beruhigend auf das Nervensystem, vermittelt Ruhe und Geborgenheit.

„Neroli bestärkt die Gewissheit um das Geführtsein von himmlischer Hand. Du schöpfst aus übersinnlichen und Sinnesfreude spendenden Quellen, die dich nie verlassen.“ (Jürgen Trott-Tschepe)*

*Quelle: Lebens-Essenzen, Jürgen Trott-Tschepe 

 

Foto: Anna_ok /Adobe Stock 


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