Aus Tabu ein Aha machen:

„Egal welcher Po du bist, mit POethik sitzt du immer auf der richtigen Backe!“ Das ist nur eine von vielen erfreulichen Erkenntnissen, die uns die Autorin in ihrem Buch vermittelt. Und so widme ich mich neugierig einem Thema, das ich bisher nicht in die Kategorie Lifestyle eingeordnet hätte. Wie schön, dass es so leicht geht. Warum Darmgesundheit für Christine Maria Brühl, die auch ich schon lange als Christa Brühl kenne, ein Herzensthema ist, erzählt sie hier.

Ganz kurz: zum lustvollen Lesen und Leben!

Christa Brühl hat komplexes, medizinisches Fachwissen komprimiert und in verständliche Sprache übersetzt. Unterstützt von Menschen, die sie auf den ersten Seiten würdigt, ist es ihr gelungen, einen ebenso fundierten wie amüsanten Reisebegleiter zu mehr Wohlbefinden, Leichtigkeit und einem guten Bauchgefühl zu schaffen.
Mir gefällt, dass ich es nicht in einem Rutsch lesen muss. Im Gegenteil. Es macht viel mehr Spaß, es durchzublättern und an einem der lustigen Zitate oder einer originellen Überschrift hängenzubleiben. So erschließe ich mir leicht verdaulich die Ursachen möglicher Beschwerden, bekomme medizinische Erklärungen, therapeutische Tipps, Hilfestellung zur Darmhygiene und Darmsanierung sowie Hinweise auf alternative Heilmethoden. Ich kann meinem Po, seinem Wirken und seinem Wirkungsfeld auf die Spur kommen!

Was mein Po weiß, kann ich für mich behalten!

Das wird mir beim Lesen klar. Zu meiner Überraschung erfahre ich im Kapitel ‚Analhygiene‘ nicht nur, welcher Po-Typ ich bin, sondern auch, was mein Klopapier über mich verrät. Nur so viel dazu: Ein ‚Knüller‘ bin ich nicht, jedenfalls nicht in Sachen Toilettenpapier. Die Zuschreibung ‚chaotisch, aber herzlich‘ passt hin und wieder. In jedem Fall habe ich Anteile vom 3-Blatt-Falter, denn ich mag es – vor allem im Business – präzise und diszipliniert.
So schön, wenn alles aufgeräumt ist, nicht nur im Darm. Und so mag ich auch die klare Struktur im Buch mit Tabellen und amüsanten Grafiken, beispielsweise eine Übersicht über entlarvende Stuhl-Duftnoten. (Spontan fallen mir ein paar wohltuende ‚Düfte‘ ätherischer Öle ein, die auch dem Darm Wohlbefinden schenken.)

Selbsthilfe für ein lustvolles Leben

Christa Brühl nennt es ein ‚Selbsthilfebuch für alle, die mit Blähbauch, Verstopfung, Durchfall, Reizdarm oder Beschwerden am Po zu tun haben – und endlich verstehen möchten, was im eigenen Körper los ist, warum die Leistung so nachlässt.‘ Sie schlägt den Bogen zu Mund und Rachen, als Tor der Gesundheit‘, zur Speiseröhre, die sich meldet, wenn es nicht mehr rutscht, zum Magen mit seinen Signalen aus der Mitte sowie anderen Organen und Faktoren, die in der POethik eine wichtige Rolle spielen. Woher ihr Wissen und ihre Leidenschaft stammen, verrät sie hier:

Autorin Christa Brühl

Christa, warum ist Darmgesundheit für dich ein Herzensthema?

Christa Brühl: Weil ich seit über 40 Jahren weiß, wie es sich anfühlt, wenn der Bauch das Leben bestimmt. Mein eigener Blähbauch und die Diagnose Reizdarm waren letztlich ein wichtiger Motor für meinen beruflichen Weg – zunächst für den Aufbau der Darmklinik und heute für meine Bücher. Über viele Jahrzehnte durfte ich von hervorragenden Spezialisten lernen, recherchieren und vor allem eines erfahren: Darmbeschwerden sind unglaublich vielschichtig. Sie können das Wohlbefinden, die Energie und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Gleichzeitig gibt es häufig nicht die eine Ursache und deshalb auch nicht die eine Lösung.

Grundlage deiner POethik-Reihe ist ein von dir entwickeltes Darmtagebuch.

Ja, schon in der Darmklinik war mir wichtig, nicht nur einzelne Symptome zu betrachten, sondern Ernährung, Verdauung, Bewegung, Stress und den gesamten Lebensstil mit einzubeziehen. Irgendwann begann ich, all mein Wissen in einem Darmtagebuch zusammenzutragen. Daraus wurden über 700 Seiten – und schließlich entstand die Idee zu meiner dreibändigen POethik-Reihe „Dein Po – Dein Darm und Du“.
Meine Bücher sollen dort ansetzen, wo im medizinischen Alltag häufig die Zeit fehlt: bei der eigenen Beobachtung. Natürlich müssen ernsthafte organische Erkrankungen ärztlich abgeklärt werden. Sind solche Ursachen ausgeschlossen, lohnt es sich besonders, genauer hinzuschauen: Was esse ich? Wie esse ich? Wie bewege ich mich? Was macht Stress mit meinem Bauch? Wie gehe ich zur Toilette? Und was tut mir wirklich gut? Ich möchte Menschen ermutigen, ihren eigenen Körper wieder besser kennenzulernen und Zusammenhänge zu entdecken. Niemand kann den eigenen Bauch rund um die Uhr so genau beobachten wie man selbst.

Was als Gesamtwerk mit Leichtigkeit daherkommt, war sicherlich sehr viel Arbeit

Ja, dahinter steckt tatsächlich sehr viel Arbeit und im Grunde ein ganzes Stück meines Lebens. Der Wunsch zu schreiben war schon lange in mir. Der entscheidende Impuls kam später bei meinen Vorträgen. Ich merkte immer wieder: Die Menschen gehen anschließend nach Hause, haben viele Fragen – aber häufig fehlt ihnen eine Anlaufstelle, die sich ausreichend Zeit nimmt, um Themen wie Ernährung, Darmflora, Stuhlanalysen, Toilettenverhalten und den gesamten Lifestyle zusammenzubringen. Irgendwann habe ich deshalb gesagt: Ich halte erst wieder Vorträge, wenn ich den Menschen etwas in die Hand geben kann.

Verrätst du uns mehr über den Schreibprozess?

Geschrieben habe ich über Jahre, in den letzten zwei Jahren besonders intensiv. Es ist mir oft erstaunlich leichtgefallen. Die große Arbeit begann danach: ordnen, kürzen, gestalten, lektorieren, korrigieren. In dieser Zeit habe ich gefühlt Tag und Nacht geschrieben. Dazu gehörte auch, mich mit den neuen digitalen Möglichkeiten und KI auseinanderzusetzen. Ich nutze solche Werkzeuge zur Unterstützung, etwa beim sprachlichen Glätten oder zur zusätzlichen Kontrolle. Die Inhalte, Erfahrungen und die fachliche Arbeit hinter POethik sind jedoch über Jahrzehnte gewachsen.

Was hattest du für ein Bauchgefühl, als du dein Werk in den Händen hieltst?

Tatsächlich ein ganz besonderes. Mich überkam eine unglaubliche Ruhe. Nach all den Jahren, den unzähligen Stunden und so mancher schlaflosen Nacht war dieser Gedanke da: Jetzt ist es geschafft. Es ist endlich da! Da ich ganz bestimmte Vorstellung davon hatte, wie es aussehen und sich anfühlen sollte, habe ich meinen Med Ethik Verlag gegründet. Medizinisches Wissen sollte nicht schwer und trocken daherkommen, sondern verständlich, leicht lesbar, alltagsnah und mit Humor. Denn gerade bei Themen rund um Po und Darm darf auch gelacht werden.

Du sagst, dass du dann vor der Frage standest: Wie erfahren nun die anderen davon? Wie hast du das gelöst?

Durch Vorträge, Lesungen, Social Media und vor allem durch den direkten Kontakt mit den Menschen. Genau das liebe ich. Wenn ich bei einem Vortrag spüre, dass plötzlich verstanden wird, was der eigene Lifestyle mit dem Bauch zu tun haben kann, dann weiß ich wieder, warum ich all diese Arbeit gemacht habe. Wenn ich anschließend meine Bücher signiere und meine POethik-Karte dazugebe, darf natürlich auch der Humor nicht fehlen.

Das Buch ist ein erster Band einer Trilogie und Teil eines Konzepts. Was gehört noch dazu?

Genau, POethik ist ein ganzheitliches Aufklärungskonzept. Band 1 legt dafür die Grundlage. Band 2 wird „POethik Lifestyle“ – das eigentliche Herzstück meines Konzepts. Hier geht es darum, den eigenen Lifestyle unter die Lupe zu nehmen und immer mehr zum Experten für den eigenen Körper zu werden. Band 3 ist das POethik-Darmtagebuch beziehungsweise Journal. Lustigerweise hat damit alles angefangen – nun kommt es zum Schluss. Dieses Buch soll dabei helfen, die eigenen Beobachtungen systematisch festzuhalten und Zusammenhänge zu erkennen.

Ganz entscheidend ist für mich auch die POethik-Bühne. Ich liebe es, Vorträge zu halten, Menschen mitzunehmen, sie zum Nachdenken und auch zum Lachen zu bringen. Die Bücher begleiten und vertiefen das, was ich auf der Bühne anstoßen möchte. Ich möchte aus einem Tabu ein Aha machen!

Weitere Infos auf poethik-lifestyle.com
Fotos: Christa Brühl

2 Replies to “Christa Brühl: POethik – Dein Po, dein Darm und du!“”

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