Was brauche ich, um aus der Reihe zu tanzen?
Diese Frage stellte sich eine Teilnehmerin im Workshop. Ihr Einstiegstext hatte ihre Bedürfnisse deutlich gemacht: sich frei fühlen, auf Reisen gehen und ihrem inneren Kompass vertrauen. Das wollte sie jetzt! Als Hobby-Sängerin hatte sie spontan eine Zeile aus einem Lieblingssong auf den Lippen: „Nothing is missing, I am already whole.“ Spontan entschied sie sich für den Lavendel (Lavandula vera) als Dialogpartner, um ihrer Frage auf den Grund zu gehen.
Für einen Perspektivenwechsel formulierte sie diese mit ihren Worten: „Aus der Reihe tanzen! Was bedeutet das für mich?“ Die Antwort floss ihr aus der Feder. Der Lavendel hatte eine Idee. Kein Wunder, auch er ist ein Freigeist.

Die Botschaft: Tun, was dich beflügelt!
Die Botschaft des Lavendels lautete: „Du löst dich von vertrauten Strukturen. Du hast die Erlaubnis zu experimentieren. Letztendlich geht es um deine Erlaubnis, auszuprobieren, was alles möglich ist. Dazu braucht es Raum, auf die eigene Stimme zu hören, die innere Stimme, die sich auf das Wesentliche bezieht. Die dir hilft, zu erkennen, was sich zeigen will: Durchs Schreiben, durchs Singen, durch kreatives Tun.
Das Staunen über das, was entsteht, wenn du dir Raum gibst, dich auszudrücken, ist ein Begleiter, der motiviert, mehr zu entdecken. Jeder Text ermutigt, sich weiter auf die Entdeckungsreise zu begeben. Jeder Text, der den Mut in sich trägt, aus der Reihe zu tanzen: Es darf geschrieben werden, was das Herz beflügelt!“
Der Aha-Moment: Dich selbst lesen!
Um solche Botschaften – aus der Tiefe unseres Inneren – gut zu verankern, empfehle ich, den Text noch einmal aus der Ich-Perspektive zu schreiben. Dieser Switch macht die Erkenntnis fühlbarer. Indem wir das Geschriebene noch einmal (am besten laut) lesen, wird das meist sehr deutlich. Oft fließen Tränen des Berühtseins. Wir fühlen uns buchstäblich von uns selbst verstanden. Und so liest sich der Lavendel-Text dann als Ich-Botschaft:
„Ich löse mich von vertrauten Strukturen. Ich habe die Erlaubnis zu experimentieren. Letztendlich geht es um meine Erlaubnis, auszuprobieren, was alles möglich ist. Dazu braucht es Raum, auf meine eigene Stimme zu hören, meine innere Stimme, die sich auf das Wesentliche bezieht. Die mir hilft, zu erkennen, was sich zeigen will: durchs Schreiben, durchs Singen, durch kreatives Tun.
Das Staunen über das, was entsteht, wenn ich mir Raum gebe, mich auszudrücken, ist ein Begleiter, der motiviert, mehr zu entdecken. Jeder Text ermutigt, mich weiter auf die Entdeckungsreise zu begeben. Jeder Text, der den Mut in sich trägt, aus der Reihe zu tanzen: Ich darf schreiben, was mein Herz beflügelt!“
Das Statement: Dir treu bleiben!
Am Ende können wir diesen ‚Erkenntnis-Text‘ verdichten und einen neuen Glaubens- oder Kraftsatz daraus formulieren – ein ganz persönliches Mantra sozusagen. Dieser Satz sollte so aktiv und konkret wie möglich formuliert werden, damit er als real – als bereits verwirklicht – verankert werden kann. Die Teilnehmerin fasste es so zusammen: „Ich schreibe, was mein Herz beflügelt: Texte, die den Mut in sich tragen aus der Reihe zu tanzen.“ Das komprimierte sie noch einmal:
„Ich schreibe, tanze aus der Reihe und bin frei!“
Ob eine Affirmation stimmig ist, können wir im Workshop oder Coaching auch mit systemischen Tools austesten, mit Bodenankern zum Beispiel. Ich erlebe jedoch oft, dass es den meisten Menschen genügt, ihn laut vorzulesen. Sie spüren dann selbst, ob der Satz passt – und jedes Wort sitzt!
Die Erinnerung: Nichts fehlt, du bist ganz!
Es ist außerdem hilfreich, mit unserer eigenen ‚Affirmation‘ eine Weile weiterzuschreiben, vielleicht täglich fünf Minuten lang. In jedem Fall ermutige ich dazu, den Satz auf ein Kärtchen zu schreiben und dieses so zu platzieren, dass wir unseren Wunsch nicht aus den Augen verlieren. Idealerweise schnuppern wir zwischendurch an dem Duft, der uns dazu inspiriert hat. So rufen wir die Erfahrung direkt wieder von unserer Festplatte ab. Wenn wir dann noch einen passenden Lieblingssong dazu hören, ist das Empowerment pur: „Nothing is missing, I am already whole.“
Ein Nachtrag: Den Wunsch verwirklicht!
Die Teilnehmerin hat ihre Vision in die Tat umgesetzt. Sie schreibt, reist, singt und tanzt – auch aus der Reihe. Für dieses Jahr sind einige Reisen geplant, zu Lieblingsorten und Lieblingsmenschen, allein und mit Freundinnen. Auch das Alleinreisen war eine wichtige, stärkende Erfahrung. Das mulmige Gefühl überwinden und losfliegen, das ist heute ihre Devise. „Ich habe meinen Schwung wieder gefunden und allein die Reiseplanung macht mich glücklich“, sagt sie. Gemeinsam feiern wir das!
Wenn du selbst erfahren möchtest, wie du deinen inneren Kompass feinjustierst, schnupper mal in einen Schreib.Salon oder mach einen Termin für ein Einzelcoaching.
Fotos: Brian Kyed / Unsplash; Jana Stein (Notizbuch aus der Druckerei Matz, Karte aus dem Schreib.Visionen-Kartenset)


